Warum Weiterbildung?

Den wenigsten Patienten dürfte der Unterschied zwischen einem „Allgemeinarzt“ und einem „Praktischen Arzt“ bekannt sein und auch unter jungen Medizinern verwischen sich die Grenzen zwischen diesen beiden „Hausärzten“, die hinsichtlich ihrer Ausbildung jedoch grundverschiedener nicht sein können. Zwar gibt es inzwischen auch den „FA Allgemeinmedizin“, aber zuvor war der „Hausarzt“ in den meisten Fällen ein Facharzt für Innere Medizin und betrieb als solcher eine Praxis. Doch Weiterbildung und das Ablegen einer Facharztprüfung war vor Jahren noch kein unbedingtes Muss; so konnte sich der frisch approbierte Arzt alternativ auch sofort niederlassen und sich „Praktischer Arzt“ nennen. Heute jedoch ist es gemäß der Weiterbildungsordnung (WBO) obligat, nach abgeschlossenem Studium eine Facharztweiterbildung zu absolvieren. Auch nach der Facharztanerkennung besteht die Pflicht, das eigene Wissen kontinuierlich zu erweitern. Nach der Facharztprüfung wird dies jedoch nunmehr „Fortbildung“ genannt. „Weiterbildung“ ist demnach die Ausbildung zum Facharzt, während „Fortbildung“ die obligatorische Pflicht des Facharztes ist, sein Wissen zu erhalten und auszubauen.
Die WBO legt fest, was der angehende Facharzt für die Anerkennung geleistet und was er wissen muss. Ferner gibt sie den zugrundeliegenden Zeitrahmen vor und bestimmt die Formalitäten von Bescheinigung und Anrechnung.

Zwar gibt sich jede einzelne Ärztekammer eine eigene WBO, doch unterscheiden sich diese in den meisten Punkten nur unwesentlich voneinander. Nichtsdestotrotz sei für jede einzelne Information auf die WBO der jeweils zuständigen Kammer verwiesen; die Inhalte dieser Website können mitunter für die eigene WBO auch nur unzureichend oder gar nicht zutreffen. Zumeist sind beim Wechsel der Kammer (in Folge eines Wohnort- und/oder Arbeitsplatzwechsels) die bisher absolvierten Zeiten und Inhalte der Weiterbildung übertragbar, zumal sich die einzelnen WBO alle an der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer orientieren.

Die Weiterbildung muss dokumentiert werden. Dies kann durch Zeugnisse und Bescheinigungen seitens der Weiterbildungsstelle erfolgen. Die CME-Punkte
(„Continuing Medical Education“) sind hier offiziell zwar nur für die Fortbildung (also erst nach Erlangen des Facharztes) gültig, jedoch sollten sie auch schon vor der FA-Prüfung einen Stellenwert als Nachweis stattgehabter Weiterbildung erfüllen. CME-Punkte werden von der LÄK verteilt und bezeichnen eine zertifizierte Weiterbildungsveranstaltung.